Kurz erklärt
+ CPLA
CPLA steht für kristallisiertes PLA (Polymilchsäure). Durch einen gezielten Kristallisationsprozess verändert sich die Materialstruktur gegenüber herkömmlichem PLA.
Dadurch kann – abhängig von der konkreten Materialqualität – eine höhere Temperaturbeständigkeit und Formstabilität erreicht werden. CPLA eignet sich daher beispielsweise für Besteck, Heißgetränkedeckel oder andere Anwendungen, bei denen Standard-PLA aufgrund seiner geringeren Wärmebeständigkeit nicht geeignet ist.
+ Graspapier
Für Graspapier werden aufbereitete Grasfasern mit Holz- oder Altpapierfasern kombiniert. Die Grasfasern werden nach der Ernte getrocknet und für die weitere Verarbeitung aufbereitet. Anschließend können sie als Bestandteil der Papiermischung eingesetzt werden.
Grasfasern sind deutlich kürzer als klassische Holzfasern. Deshalb können sie nicht in beliebig hohem Anteil eingesetzt werden, wenn das Papier zugleich die erforderliche Festigkeit für Verarbeitung, Bedruckung und Verpackungsanwendungen erreichen soll. Die längeren Holz- oder Altpapierfasern übernehmen dabei einen wesentlichen Teil der stabilisierenden Funktion.
Je nach Papierqualität und vorgesehener Anwendung kann der Anteil der Grasfasern unterschiedlich ausfallen. Für Tragetaschen, Kartonagen oder andere Verpackungen muss die Zusammensetzung so gewählt werden, dass Eigenschaften wie Reißfestigkeit, Formstabilität und Verarbeitbarkeit erhalten bleiben.
Graspapier ist damit kein Papier, das ausschließlich aus Gras besteht, sondern ein Papiermaterial, bei dem Grasfasern gezielt als zusätzlicher Faserrohstoff eingesetzt werden. Der konkrete Grasfaseranteil und die übrige Materialzusammensetzung sollten deshalb immer für die jeweilige Papierqualität beziehungsweise das konkrete Produkt angegeben werden.
+ HDPE aus Zuckerrohr
HDPE kann neben fossilen Rohstoffen auch teilweise auf Basis nachwachsender Rohstoffe hergestellt werden. Bei den entsprechend ausgewiesenen Qualitäten wird dafür Zuckerrohr als Rohstoffquelle eingesetzt.
Das im Katalog verwendete Material besteht nach Herstellerangabe zu rund 90 % aus biobasiertem PE; fertigungstechnisch werden zusätzlich fossilbasierte Bestandteile eingesetzt.
Die chemischen und technischen Eigenschaften entsprechen weiterhin denen eines HDPE-Kunststoffes. Das Material ist nicht biologisch abbaubar oder kompostierbar. Nach Gebrauch erfolgt die Entsorgung entsprechend der örtlichen Sammlung für Kunststoffverpackungen.
+ Holzstoff
Holzstoff wird aus Holz gewonnen, das zunächst zerkleinert und anschließend mechanisch beziehungsweise thermisch aufbereitet wird. Dabei entstehen Fasern, die als Rohstoff für verschiedene papier- und faserbasierte Produkte eingesetzt werden können.
Je nach Herstellungsverfahren, Faserzusammensetzung und späterer Weiterverarbeitung entstehen daraus unterschiedliche Papier- und Verpackungsqualitäten mit jeweils eigenen technischen Eigenschaften.
+ Monomaterial
Als Monomaterial werden Verpackungslösungen bezeichnet, die im Wesentlichen aus einem Werkstoff beziehungsweise einer Werkstofffamilie bestehen. Ein solcher Aufbau kann die Sortierung und stoffliche Verwertung vereinfachen. Ob eine konkrete Verpackung tatsächlich recyclingfähig ist, hängt jedoch zusätzlich von ihrer Gestaltung, möglichen Beschichtungen, Verschlüssen und der vorhandenen Sortier- und Recyclinginfrastruktur ab.
Aufgrund notwendiger Schutz- und Barriereeigenschaften ist ein reiner Monomaterial-Aufbau nicht bei jeder Verpackungsanwendung möglich.
+ PaperWise
PaperWise verwendet Cellulose, die aus landwirtschaftlichen Reststoffen gewonnen wird. Diese Fasern werden als Rohstoff für Papier und Karton eingesetzt und können konventionelle Faserrohstoffe teilweise oder je nach Produkt auch weitgehend ersetzen.
Landwirtschaftliche Nebenströme erhalten dadurch eine zusätzliche stoffliche Nutzung. Wie hoch der Anteil dieser Fasern in einem konkreten Papierprodukt ist und wie sich das Material zusammensetzt, wird anhand der jeweiligen Produktspezifikation angegeben.
+ Pergamentersatz
Pergamentersatz ist ein fettdichtes Spezialpapier auf Zellstoffbasis. Durch die intensive mechanische Bearbeitung der Fasern entsteht eine dichte Papierstruktur, wodurch das Material insbesondere für fettende und feuchte Lebens-Mittel geeignet ist.
Unverschmutztes Material kann über die Altpapiersammlung entsorgt werden, sofern die jeweilige Ausführung den Anforderungen des Altpapierstroms entspricht. Nach starker Verschmutzung mit Lebens-Mitteln sollte die Entsorgung über den Restmüll erfolgen.
+ Pergamyn
Pergamyn ist ein transparentes, glattes Papier auf Zellulosebasis. Seine Transparenz und Oberflächenglätte entstehen vor allem durch eine intensive mechanische Verdichtung der Papierfasern. Dadurch eignet sich das Material beispielsweise für Sichtfenster oder durchscheinende Papierverpackungen.
Unverschmutztes Pergamyn kann über die Altpapiersammlung entsorgt werden. Bei starker Verschmutzung mit Lebens-Mitteln ist die Entsorgung über den Restmüll vorgesehen.
+ PLA
PLA (Polymilchsäure) ist ein thermoplastischer Polyester, dessen Ausgangsstoffe aus nachwachsenden Rohstoffquellen wie Stärke oder Zucker gewonnen werden können. Diese werden zunächst zu Milchsäure verarbeitet und anschließend zu PLA weiterverarbeitet.
Das Material ist transparent, steif und formstabil und wird deshalb für unterschiedliche Verpackungsanwendungen eingesetzt. Im Vergleich zu vielen konventionellen Kunststoffen besitzt Standard-PLA jedoch eine begrenzte Wärmebeständigkeit und eignet sich daher nicht für alle Heißanwendungen.
PLA kann unter definierten Bedingungen biologisch abgebaut werden. Bestimmte PLA-basierte Verpackungen können für die industrielle Kompostierung nach DIN EN 13432 zertifiziert sein. Ob dies für eine konkrete Verpackung gilt, hängt jedoch von deren Materialaufbau und Ausführung ab und muss produktbezogen nachgewiesen werden.
Damit ist PLA ein Kunststoff, der biobasiert hergestellt werden kann. Seine Eignung für eine Anwendung ebenso wie Aussagen zur Kompostierbarkeit müssen immer anhand des konkreten Produktes beurteilt werden.
+ Zellglas
Zellglas, historisch auch unter dem Markennamen Cellophan bekannt, ist eine transparente Folie auf Basis von Cellulose. Das Material ist dünn, formstabil und besitzt den typischen „Knistereffekt“.
Unbeschichtetes Zellglas weist zudem eine vergleichsweise hohe Wasserdampfdurchlässigkeit auf und kann daher für Anwendungen geeignet sein, bei denen ein gewisser Feuchtigkeitsaustausch erwünscht ist, beispielsweise bei Backwaren oder anderen feuchtigkeitsabgebenden Lebens-Mitteln.
Je nach gewünschter Anwendung kann Zellglas zusätzlich beschichtet oder anderweitig ausgerüstet werden. Dadurch können sich Eigenschaften wie Barrierewirkung, Siegelbarkeit und Feuchtigkeitsbeständigkeit deutlich verändern.
Auch Aussagen zur biologischen Abbaubarkeit, Kompostierbarkeit und zum geeigneten Entsorgungsweg hängen von der jeweiligen Materialausführung ab. Sie sollten deshalb nur dann verwendet werden, wenn entsprechende Produkt- beziehungsweise Herstellernachweise für das konkrete Zellglas vorliegen.
+ Zellulose, Papier
Zellulose ist der wichtigste Faserrohstoff für die Papierherstellung und kommt in pflanzlichen Zellwänden, insbesondere in Holz, vor. Holz besteht neben Zellulose unter anderem aus Hemizellulosen und Lignin.
Bei der mechanischen Aufbereitung von Holz entsteht sogenannter Holzstoff beziehungsweise Holzschliff. Dabei bleibt ein großer Teil des Lignins im Material erhalten. Solche Faserstoffe werden beispielsweise für Papiere eingesetzt, bei denen hohe Alterungsbeständigkeit oder Festigkeit weniger im Vordergrund stehen.
Bei der Zellstoffherstellung wird ein großer Teil des Lignins durch chemische Aufschlussverfahren entfernt. Dadurch werden die Zellulosefasern weitgehend freigelegt. Der so gewonnene Zellstoff bildet eine wichtige Grundlage für viele Papier- und Verpackungsqualitäten, bei denen Eigenschaften wie Festigkeit, Reißbeständigkeit und gute Verarbeitbarkeit gefragt sind.
