Kurz erklärt


+ Monomaterial

Verpackungen, die aus nur einem Rohstoffmaterial bestehen. Generell sind diese den Verbundmaterialien vorzuziehen. Schon wegen der besseren Recyclingfähigkeit. Es gibt heute bereits moderne Anlagen, die dies ermöglichen. Diese sind aber nicht flächendeckend verfügbar. Aufgrund der für das jeweilige Produkt notwendigen Schutzeigenschaften, ist dies jedoch nicht immer möglich.

+ Graspapier

Das für die Verarbeitung eingesetzte Gras wird von heimischen Wiesen gewonnen und kann mehrmals im Jahr geerntet werden. Das nach dem Mähen zu Heu getrocknete Gras wird im nächsten Schritt zu Pellets, sogenanntem GRASPAP®, gepresst. Dank dieser Verdichtung wird eine Volumenminderung erzielt, welche die Logistik und die weitere Verarbeitung vereinfacht und optimiert.

Im Vergleich zum Rohstoff Holz besitzt Gras deutlich kürzere Zellstoff-Fasern. Diese enthalten nur geringe Mengen des Polymers Lignin, welches bei der klassischen Herstellung von Papier chemisch herausgelöst werden müsste. Gras hingegen kann ohne den Einsatz chemischer Zusatzstoffe und Wasser rein mechanisch zu Pellets aufbereitet werden. Durch Zugabe dieser Pellets bei der Papierfertigung kann der Verbrauch von Holz-Frischfasern minimiert werden. Die wichtige Ressource Holz wird somit geschont und steht anderen Nutzungen zur Verfügung. Graspapier kann – je nach Verwendungszweck – aus bis zu 50 Prozent Grasfasern für die industrielle Fertigung hergestellt werden. Die Grasfasern werden hierzu mit Holz- oder Altpapierfasern vermischt.

Da keine Chemikalien eingesetzt werden, lässt sich die Faser des Grases nicht vollständig lösen, sodass diese weniger bindungsfähig ist. Dadurch ist bislang noch ein Vermischen der Fasern notwendig. Um höhere Anteile der Grasfaser verarbeiten zu können, wird an dieser Stelle aktuell geforscht, sodass in naher Zukunft höhere Grasfaseranteile verwendet werden können.

Nicht nur der Einsatz von chemischen Zusatzstoffen und der Verbrauch von Wasser werden somit stark reduziert – darüber hinaus sorgt ein lokales Versorgungskonzept im Vergleich zu traditionellen Beschaffungswegen für Frischfasern in der Ökobilanz für einen um bis zu 75 Prozent reduzierten CO²-Ausstoß.

Aufgrund der optimierten Produktionsverfahren werden somit wertvolle Ressourcen geschont und unsere Umwelt deutlich weniger belastet.

+ HDPE aus Zuckerrohr

HDPE (High Density Polyethylen) Hergestellt aus dem nachwachsenden Rohstoff Zuckerrohr. Mit diesem Rohstoff wird die Abhängigkeit von Erdöl reduziert. Das daraus gefertigte Material besteht zu 90 Prozent aus grünem PE. Fertigungsbedingt ist es aktuell unerlässlich, noch auf Additive aus fossilen Rohstoffen zurückzugreifen.

Im Wachstum erfasst und speichert die Zuckerrohrpflanze CO2 und trägt damit zur Reduzierung der globalen Erwärmung bei. Die daraus gefertigten Materialien weisen die gleichen Eigenschaften wie eine Kunststoffverpackung auf. Sie stehen in Dichte und Reißfestigkeit einem Produkt in HDPE nichts nach. Das Produkt kann nach seiner Benutzung vollständig recycelt werden (Material 2 HDPE).

+ PaperWise

Aus landwirtschaftlichen Reststoffen wird Cellulose gewonnen, welche der wichtigste Rohstoff bei der Papiererzeugung ist. Mit dem Augenmerk auf Mensch und Natur verwandelt PaperWise diese Cellulose zu nachhaltigem, hochwertigem Papier und Faltschachtel-Karton. So besteht kein Unterschied zwischen PaperWise-Papier und anderen Papier- und Kartonmarken. Dadurch wird ermöglicht, landwirtschaftlichen Reststoffen ein zweites Leben zu schenken, indem diese in hochwertiges Papier und Faltschachtel- Karton umgewandelt werden. Die Agrar-Reststoffe ersetzen den Anteil der Baumfasern und somit müssen diese Bäume nicht mehr speziell gepflanzt werden, sondern können weiterwachsen, um das CO2 in der Atmosphäre in Sauerstoff umzuwandeln und sich zu natürlichen Wäldern mit einer großen biologischen Artenvielfalt zu entwickeln. Indem landwirtschaftliche Materialien verwendet werden, produziert das Ackerland zwei Produkte: Nahrung und den Rohstoff für Papier. Dieser Rohstoff ist etwa vierzig mal schneller erhältlich.

+ Zellglas

Wird aus dem natürlichen nachwachsenden Rohstoff Holz hergestellt. Zellglas hat eine hohe Dampfdurchlässigkeit, was verhindert, dass sich im Inneren Kondenswasser bildet. Die Folie ist eine dünne transparente Folie mit Knistereffekt. Das Produkt ist vollständig kompostierbar.

+ PLA

PLA (Polylactide) Ein biobasierter Kunststoff, der aus dem Grundrohstoff Pflanzenstärke (Mais, Zuckerrohr, Zuckerrüben, Kartoffeln, Weizen etc.) gewonnen werden kann. Die Polymilchsäure entsteht durch Polymerisation von Milchsäure (Produkt aus der Fermentierung aus Zucker und Stärke). Eigenschaften: transparent, starr, geringe Temperaturbeständigkeit bis 45 °C, geringe Barrierewirkung. Einsatz für Lebens-Mittel Verpackungen (Schalen, Folien, Becher), Spritzteile, Kosmetik etc. 100 Prozent biobasiert und 100 Prozent industriell abbaubar (gemäß DIN EN 13432).

+ CPLA

CPLA (crystalized Polylactide) Wird durch die Kristallisierung von PLA-Material hergestellt. Dadurch wird das PLA zusätzlich bis ca. 85 °C hitzebeständig und extrem formstabil.

+ Zellulose, Papier

Zellulose ist ein wichtiger Rohstoff zur Papierherstellung. Als Ausgangsrohstoff dient das lignin- und cellulosereiche Holz. Aus diesem wird zuerst Holzschliff hergestellt, welcher für Papier niederer Qualität verwendet wird. Durch Entfernen des Ligninanteils kann Zellstoff erzeugt werden, der hauptsächlich aus Zellulose besteht und für Papiere höherer Qualität verwendet werden kann.

+ Pergamentersatz

Ein weißes fettdichtes Papier, welches aus Holz (100 Prozent Frischzellstoff) hergestellt wird. Durch entsprechende Mahlung und eine Imprägnierung besitzt es besondere Eigenschaften: Pergamentersatz ist nassfest und fettdicht. Einsatz als Einschlagpapier in den Bedienungsabteilungen. Biologisch abbaubar.

+ Holzstoff

Das Material Holzstoff wird aus schnell nachwachsenden Baum- arten, wie zum Beispiel Nadelhölzern, gewonnen. Hierzu wird das Holz im ersten Verarbeitungsschritt zu sogenannten HolzHackschnitzeln zerkleinert. Diese werden im weiteren Fertigungsprozess imprägniert, thermisch behandelt und gemahlen, sodass feine Fasern entstehen. Diese Holzstoff-Fasern werden mit Hilfe von Druck und Temperatur zu unseren WEBAseal Siegelschalen aus Holzstoff geformt. Ob „Cook & Serve“, „Cook & Hold“, „Cook & Chill“ oder für den sicheren Transport – unsere WEBAseal Siegelschalen aus Holzstoff eignen sich für nahezu jede Anwendung. Sie sind hitzebeständig und für die Zubereitung der eingefüllten Lebens-Mittel im Backofen (bis 150°C, maximal 45 Minuten) und in der Mikrowelle (bis 750 Watt, maximal 5 Minuten) geeignet. Darüber hinaus sind sie bis zu einer Temperatur von -40°C gefriergeeignet. Die Oberfläche ist fettresistent und feuchtigkeitsstabil, sodass Sie jegliche Art an Lebens-Mitteln problemlos einfüllen können.

+ Verbundmaterial

Auch Verbundstoffe lassen sich über moderne Anlagen recyceln. Die dabei gewonnenen, getrennten Ausgangsmaterialien können wiederverwertet werden. Packgüter erfordern oft eine Reihe unterschiedlicher Schutz- eigenschaften. Damit die Verpackung allen gerecht wird, kommen Materialien mit verschiedenen Eigenschaften kombiniert und im Verbund zum Einsatz. Durch die Kombination entsteht ein neuer Packstoff mit besonderen Eigenschaften. Die einzelnen Material-Schichten können unter 10 Mikrometer (mµ) dünn sein. Um die gleiche Eigenschaft mit Monomaterialien zu erhalten, müsste in den meisten Fällen deutlich mehr Material aufgewendet werden.

+ Bagasse

Zuckerrohrfasern, die nach dem Auspressen des Zuckerrohrsaftes übrig bleiben, werden als Bagasse bezeichnet. Früher wurde Bagasse hauptsächlich als Abfallprodukt verbrannt. Heute gilt sie als ein wertvoller Rohstoff für kompostierbare Verpackungen.

Aus circa 10 Tonnen Zuckerrohr entstehen ca. 1.000 kg Zucker und 3.400 kg Bagasse. Nach dem Auspressen werden die Bagassefasern in Wasser gelagert, um sie von übriggebliebenen Zuckerresten zu befreien. Danach werden die Bagassefasern zu einer breiigen Masse verarbeitet. Diese wird anschließend in Formen gegossen und unter hoher Temperatur zu Verpackungen gepresst.

Für Bagasse werden keine zusätzlichen Anbauflächen benötigt. Eine nachhaltige Alternative, die komplett dem Cradle-to-cradle Prinzip entspricht.

+ Mater-Bi

Mater-Bi® umfasst eine ganze Familie von biologisch abbaubaren und kompostierbaren Biokunststoffen. Es kann entweder aus Maisstärke oder Pflanzenölen hergestellt werden. Hierfür werden nur solche Pflanzen verwendet, die nicht genetisch verändert wurden. Für die Produktion der Rohstoffe werden keine zusätzlichen Ackerflächen benötigt sondern Flächen genutzt, die in der konventionellen Landwirtschaft bereits bearbeitet werden. // www.materbi.com

+ Wachs-Seidenpapier

Wachs-Seidenpapier ist ein ungebleichtes Natur-Packpapier mit einer Naturwachs-Beschichtung. Durch diese ist das Verpacken von fett- und feuchtigkeitsempfindlichen Produkten kein Problem. Es besteht zu 100 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen (Zellulose, Zucker, Wasser und Carnaubawachs) und ist somit frei von Chemikalien, Silikon, Paraffin und Erdöl. Das Wachs wird von der Carnaubapalme gewonnen und die Blätter wachsen nach dem Abschaben des Wachses wieder vollständig nach. Dieses Wachs wird verwendet, weil es besonders stabil und bis ca. 80 °C hitzebeständig ist.

+ PBAT

PBAT (Polybutylenadipat-terephthalat) Polybutylenadipat-terephthalat (PBAT) ist ein biologisch abbaubares und kompostierbares Copolymer aus der Gruppe der Polyester. Die Herstellung erfolgt aus Dimethylterephthalat oder Terephthalsäure mit Adipinsäure und 1,4-Butandiol.

+ Kompostierbar

Biologisch abbaubare Kunststoffe gelten als kompostierbar, wenn Sie sich unter definierten Bedingungen innerhalb einer definierten Zeitspanne in einer technischen Kompostierungsanlage vollständig zu Wasser, CO2 und Biomasse zersetzen. Die DIN14995 legt dabei die Kompostierbarkeit von Kunstoffen fest. Die Maßgebliche DIN EN 13432 legt im Vergleich dazu die Kompostierbarkeit von Verpackungen fest. Die entsprechend zugrundeliegenden Kriterien sind allerdings bei beiden gleich.

Um den oben genannten Normen zu entsprechen, muss der Kunststoff oder die Verpackung nachfolgende Kriterien erfüllen:

a) Angaben der Werkstoffinhalte b) Biologischer Abbau (mind. 90 Prozent müssen innerhalb von 3 Monaten abgebaut sein). c) Nach maximal 12 Wochen dürfen höchstens 10 Prozent des Komposts zurückbleiben, dessen Bestandteile größer als eine 2 mm Siebfraktion sind. d) Die Überprüfung der Kompostqualität erfolgt mittels Pflanzenwachstums-Tests. e) Zusatzstoffe, die zu weniger als 1 Prozent enthalten sind, müssen für die Kompostierung unbedenklich sein. f) Die in der Verpackung enthaltenen Reststoffe des Inhaltes müssen für die Kompostierung unbedenklich sein. g) Die Gesamtsumme organischer Verbindungen, die nicht für den biologischen Abbau bestimmt sind, dürfen 5 Prozent nicht überschreiten. h) Organische Zusatzstoffe (weniger als 1 Prozent) müssen die Anforderungen von biologisch abbaubaren Zusatzstoffen nachweisen.

Sind alle oben genannten Anforderungen erfüllt und geprüft, gilt das Produkt als kompostierbar und darf das Logo „Keimling“, „OK Compost“ oder „OK compost HOME“ tragen. Die bekanntesten Zertifizierungsstellen dafür sind DIN Certco und Vincotte.

Man unterscheidet diesbezüglich grundsätzlich 2 unterschiedliche Kompostierungsarten:

Industrielle Kompostierung: (Keimling / OK compost) Eine Kompostierung ist bei diesen Artikeln nur in industriellen Kompostierungsanlagen möglich.

Haushaltsnahe Kompostierung: (OK compost HOME) Bei diesen sind die Temperaturbedingungen, unter welchen sich das Produkt zersetzt, deutlich herabgesetzt. Diese Artikel können deshalb im Haushaltskompost unter Berücksichtigung der erforderlichen Rahmenbedingungen (Feuchtigkeit, Temperatur, pH-Wert, Schichtdicke und Oberfläche) kompostiert werden.

+ Biologisch abbaubare Kunststoffe

Biologisch abbaubare Kunststoffe zersetzen sich in der Kompostierung durch Mikroorganismen vollständig zu Kohlendioxid (CO2), Wasser (H2O) und Biomasse. In der Vergärung entsteht beim Abbau zusätzlich dazu noch Methan (CH4). Für die Kompostierung sind nachfolgende Parameter wichtig: Temperatur, Feuchtigkeit, pH-Wert, Schichtdicke und die Oberfläche des Produktes.

Die Rohstoffherkunft – ob aus nachwachsenden oder fossilen Rohstoffquellen – spielt für die Abbaubarkeit keine Rolle. Entscheidend ist alleine dessen chemische Struktur. Nur wenn Mikroorganismen bzw. deren Enzyme die Moleküle, aus denen der Kunststoff besteht, spalten und vollständig verstoffwechseln können, ist dieser biologisch abbaubar.

+ Cradle-to-cradle

Hinter dem Cradle-to-cradle Prinzip (nach Prof. Dr. Michael Braungart und McDonough) verbirgt sich die Idee, von Anfang an in kompletten Produktkreisläufen zu denken und in diesem Sinn erst gar keinen Müll im herkömmlichen Sinn entstehen zu lassen. Die Natur kennt keinen Abfall oder Müll.

Produkte sollen so hergestellt werden, dass von Beginn an die Wiederverwendung und Verwertbarkeit berücksichtigt wird. Alles verwendete Material kann nach Gebrauch wiederverwendet oder ohne schädliche Rückstände kompostiert werden. Begrifflichkeiten wie ‚ökologisch‘, ‚umweltfreundlich‘ oder ‚nachhaltig‘ werden damit hinfällig. Für nachfolgende Generationen sollen dabei im Idealfall die gleichen Voraussetzungen oder bessere geschaffen werden.

Auch geht es darum, die Produktionsprozesse schonender zu gestalten und die Umstrukturierung der aktuellen Energiegewinnung voranzubringen (anstelle durch Verbrennung fossiler Energieträger die Verknappung kohlenstoffreicher Ressourcen weiter voranzutreiben). Erneuerbare Energien werden so zur Grundvoraussetzung für einen ganzheitlichen und effektiven Rohstoffkreislauf.

Es wird dabei zwischen dem biologischen und dem technischen Kreislauf unterschieden.