+ Sind Verpackungen aus Biokunststoff recycelbar?
Das hängt vom verwendeten Kunststoff ab. Einige biobasierte Kunststoffe besitzen die gleiche chemische Struktur wie ihre fossilbasierten Varianten und können grundsätzlich über bestehende Recyclingverfahren verarbeitet werden.
Andere Materialien, beispielsweise PLA, wären technisch grundsätzlich recycelbar, werden derzeit in den üblichen Sortieranlagen jedoch meist nicht separat erfasst und stofflich verwertet. Kunststoffverpackungen gehören unabhängig davon, ob sie biobasiert oder biologisch abbaubar sind, grundsätzlich in die dafür vorgesehene Sammlung für Kunststoffverpackungen.
+ Gehören kompostierbare Verpackungen in den Biomüll?
Nein. Auch industriell kompostierbare Kunststoffverpackungen gehören in Deutschland grundsätzlich nicht in die Biotonne. Sie werden über die für Kunststoffverpackungen vorgesehene Sammlung entsorgt.
Eine Ausnahme können speziell zugelassene Bioabfallsammelbeutel sein, wobei zusätzlich die jeweiligen kommunalen Vorgaben zu beachten sind.
Industriell kompostierbar bedeutet außerdem nicht automatisch heimkompostierbar. Die industrielle Kompostierung erfolgt unter definierten Bedingungen, die auf dem heimischen Kompost in der Regel nicht erreicht werden.
+ Ist der Einsatz von Biokunststoffen sinnvoll?
Der Begriff „Biokunststoff“ umfasst sehr unterschiedliche Materialien. Grundsätzlich muss zwischen biobasierten und biologisch abbaubaren Kunststoffen unterschieden werden.
Biobasierte Kunststoffe werden ganz oder teilweise aus nachwachsenden Rohstoffen wie Mais, Zuckerrohr oder Cellulose hergestellt. Sie sind deshalb jedoch nicht automatisch biologisch abbaubar. Umgekehrt können biologisch abbaubare Kunststoffe sowohl biobasierte als auch fossile Bestandteile enthalten.
Auch der biobasierte Anteil kann je nach Material und Produkt unterschiedlich hoch sein. Kunststoffe auf Basis nachwachsender Rohstoffe können teilweise die gleiche chemische Struktur und damit vergleichbare Materialeigenschaften wie ihre fossilbasierten Varianten besitzen. Ein Beispiel dafür ist Polyethylen, das sowohl fossil als auch biobasiert hergestellt werden kann.
Ob der Einsatz eines Biokunststoffs sinnvoll ist, lässt sich deshalb nicht pauschal beantworten. Entscheidend sind unter anderem der konkrete Rohstoff, der Materialaufbau, der Einsatzzweck und die Verwertungsmöglichkeiten nach der Nutzung.
Auch aus Umweltsicht sind biobasierte Kunststoffe nicht grundsätzlich besser als konventionelle Kunststoffe. Je nach Herstellung können sich Umweltwirkungen lediglich in andere Bereiche verlagern, beispielsweise auf Flächennutzung oder landwirtschaftliche Prozesse.
Für Verpackungen ist deshalb entscheidend, das Material passend zum jeweiligen Einsatzzweck auszuwählen und den vorgesehenen Entsorgungsweg zu berücksichtigen. Begriffe wie „biobasiert“, „biologisch abbaubar“ und „industriell kompostierbar“ beschreiben unterschiedliche Eigenschaften und sollten nicht gleichgesetzt werden.
